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Bentobox – Die anbieteroffene Paketstation
Bentobox Station
Von der Bentobox in das Lastenfahrrad. Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin

Das Zustellfahrzeug steht in der zweiten Reihe und der Empfänger ist nicht zu Hause: Typische Probleme der sogenannten „letzten Meile“. Hier setzt die Bentobox an, um die Paketzustellung gleich beim ersten Versuch zu erreichen. Als anbieterneutrales System dient sie zur Bündelung ein- und ausgehender Lieferungen und Sendungen, was zu einer Kosteneinsparung und Reduktion von Lieferverkehren bei der Zustellung auf der »letzten Meile« führt.

Die Bentobox 2.0 ist eine Weiterentwicklung, in der die Erfahrungen aus der praktischen Anwendung in Berlin, Lyon und Turin im Rahmen des EU-Projekts „Citylog“, sowie erste Ergebnisse des Forschungsprojekts „Stadtquartier 4.0“ eingeflossen sind. Neuerungen sind eine flexiblere Gestaltungsmöglichkeit der Lagerfächer sowie verschiedene realisierbare Anwendungsoptionen. Die Bentobox kann neben der Funktion als Mikro-Depot und Paketannahmestelle um ein Sharing-System für Alltagsgegenstände wie Werkzeuge, oder die Funktion einer Wechselbatteriestation für elektrisch angetriebene Fahrzeuge erweitert werden. Damit werden die knappen Flächen im öffentlichen Raum effektiver genutzt, Lieferverkehr stärker gebündelt und verkehrsbedingte Schadstoffemissionen reduziert.

Typ
Produkt
Bereich
Energietechnik, Smart City, Verkehr und Mobilität

Vorteile und Lösungen

Kernbestandteil der Bentobox sind frei herausnehmbare Module verschiedener Größe. Jedes Modul ermöglicht eine variable Nutzung – je nach Größe und Anforderung der einzulagernden Pakete. So konnte die Bentobox bspw. über GPRS (General Packet Radio Service) von Logistikdienstleistern in unternehmensinterne Prozesse einbezogen und auch von Endkunden genutzt werden.

Das weiterentwickelte System bietet durch die modulare und flexible Gestaltung die Möglichkeit, jederzeit die Anzahl und Größe der Schließfächer auf die Wünsche des Kunden anzupassen. Das System weist geringe Anforderungen an den Standort auf und ermöglicht durch die konstruktive Gestaltung einen schnellen Auf- und Abbau. Das neue System erfüllt weiterhin die Funktion als Kernbaustein eines innovativen Logistikkonzepts für städtische Quartiere und wird für Warenannahmen und Warenabgaben genutzt.

Insbesondere für Dienstleister ohne eigene Infrastrukturen wird die Möglichkeit geschaffen, ein solches Übergabesystem zu nutzen und z. B. konventionelle Zustellfahrten durch Lastenradfahrten zu substituieren. Die 24/7-Zugänglichkeit sowie Entkoppelung von Lieferzeitfenstern ermöglicht innovative Logistikkonzepte, wie die Anlieferung von Sendungen zu Tagesrandzeiten.

Das Verkehrsaufkommen zu Stoßzeiten wird reduziert und die Zustellquote auf der letzten Meile verbessert. Durch die verschiedenen Funktionen der Bentobox wird die Auslastung des Systems erhöht, was zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und einer schnelleren Amortisation der Systemkosten führt.

Im Pilotversuch des EU-Projekts "Citylog“ wurde bereits 2011 nachgewiesen, dass die Bentobox zu einer Reduzierung von Lieferverkehren führen kann. Die Kurierautofahrten im Zustellgebiet konnten um rund 85 Prozent reduziert werden, ohne nennenswerte zeitliche Verzögerungen oder Einbußen bei der Dienstleistungsqualität zu verursachen.

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Einsatzgebiet und Zielgruppe

Die Zielgruppe der Bentobox sind Privatpersonen und Gewerbetreibende im innerstädtischen Raum sowie Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP).Die Bentobox soll zukünftig in Wohngebieten, Shopping-Malls und Gebieten mit einem hohen Sendungsaufkommen zum Einsatz kommen. Als potenzielle Standorte eignen sich vor allem Ballungsräume und Stadtquartiere mit entsprechenden Sendungsaufkommen.
Die Voraussetzungen sind eine für Kunden wie Dienstleister frei zugängliche Fläche sowie die Stromversorgung und ein Internetzugang.

Gefördert durch

Die zweite Generation der Bentobox wird im Rahmen des Projekts „Stadtquartier 4.0“ mit einer Laufzeit vom 01.02.2017 bis 31.01.2020 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Fördergrundlage ist die Fördermaßnahme »Nachhaltige Transformation urbaner Räume«.

Anbieter

Die LNC LogisticNetwork Consultants GmbH ist seit 1998 als unabhängiges, internationales Beratungsunternehmen im Bereich Mobilität und Logistik tätig. Für unsere Kunden aus den Bereichen Industrie, Handel, Dienstleistung und öffentliche Hand entwickeln wir markt- und nutzerkonforme Lösungen. Dabei sind wir von der Konzeption bis zur Umsetzungs­unterstützung an allen Phasen der Projektbearbeitung beteiligt.

Weitere Projektpartner

  • Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) initiierte und begleitet das Projekt. Vor allem das Einbringen der gesamtstädtischen Perspektive und die Vertretung der Belange der öffentlichen Hand obliegen der Senatsverwaltung.
  • Das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) aus Berlin ist an der Entwicklung der Bentobox sowie Konzeption des Feldversuchs beteiligt. Im Rahmen des Stadtquartier 4.0 Projekts ist das IPK zusätzlich für die softwareseitige Entwicklung des anbieteroffenen und anwendungsübergreifenden Systems verantwortlich.
  • Die Holzmarkt Quartier Versorgungsgesellschaft mbH (HMQV) ist der operative Partner im Stadtquartier 4.0 Projekt und stellt die benötigte Freifläche für die Bentobox zur Verfügung und schafft die Zugänge zu den Anrainern. Zusätzlich erforscht die HMQV die Nutzerakzeptanz bzgl. neuartiger Systeme.
  • Das Leibniz Institut für Raum- und Sozialforschung ist als Projektpartner sowohl an der Gestaltung und Implementierung von „Stadtquartier 4.0“ beteiligt als auch an der wissenschaftlichen Analyse der Prozesse. 


Sonstiges

Bei der Bentobox ließen sich Projektpartner von einer in Japan weit verbreiteten Darreichungsform von Speisen, dem Bentō, inspirieren. Dabei werden in einem speziellen und variablen Kästchen mehrere Speisen voneinander getrennt dargeboten. Diese Boxen werden oft für das Essen unterwegs, z.B. in Bahnhöfen, verkauft.

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Kontakt

LogisticNetwork Consultants GmbH
Dipl.-Ing. Andreas Weber
Invalidenstraße 34
10115 Berlin
Telefon +49 30 58 58 458 02

info@bentobox-berlin.de

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